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Schadenzauber

Den Schadenzauber nennt man den Fluch oder den bösen Zauber, mit dem eine Person, deren Viehbestand oder sonstigen Besitz Schaden zugefügt werden soll. Wollte man sich einst für erlittene Unbill rächen, so suchte man eine Hexe auf, damit sie gegen Fein einen Schadenzauber ausübe. Die Opfer eines solchen Zaubers konnten dann einen Hexendoktor konsultieren, der darauf spezialisiert war, Flüche und die Wirkung des Bösen Blickes aufzuheben. Übliche Vorsichtsmaßnahmen gegen solche Schadenzauber waren das Tragen von Amuletten, die mit gewissen mystischen Symbolen versehen waren, und das Schützen der Zugänge zum Haus mit bestimmten Figuren und und Mustern.

Verschiedene Formen von Schadenszauber können in magischen Ritualen und Handlungen vorkommen:

  • Verwendung von Gegenständen, die mit einer Person in Verbindung gebracht werden, zur Erreichung von Zauberwirkungen: z. B. einen Feind verletzen, indem man Pfeile in eine Abbildung von ihm sticht.
  • Schadenszauber wird durch Wunderwirken, Hexerei und Zauberei ausgeübt.
  • Durch das Aufsagen von Zaubersprüchen kann man auf übernatürliche Weise Personen Gutes oder Schlechtes wünschen.

In Europa galt in den Hexenverfolgungen der Frühen Neuzeit der Vorwurf des Schadenszaubers als integrativer Bestandteil der Anklagen gegen vermeintliche Hexen.  Die strafrechtliche Verfolgung der Zauberer und Hexen ging von dem Delikt der schadensstiftenden, erfolgreich durchgeführten Zauberei aus.

Die auf Anweisung und mit Hilfe des Teufels verursachte Schadenszauberei galt entsprechend der Hexenlehre u.a. als eine Fähigkeit von vermeintlichen Hexen oder Hexenmeistern. Der Pakt mit dem Teufel befähigte zum maleficium (lat.: malus „schlecht“ und facere „machen“ im Sinne von „Schadenszauber“), und das war ein crimen exceptum („Sonderverbrechen“).

Der Schadenszauber war konstituierender Bestandteil des Hexereibegriffs. Mit bestimmten Zaubermitteln wie Kräutern, Teilen von Tier- oder Menschenkörpern, durch Zaubersprüche und Flüche, aber auch durch die bloße Berührung oder sogar nur durch einen Blick  konnten Hexen angeblich Menschen und Tiere schädigen oder töten und Einfluss auf die Natur nehmen.

Der Vorwurf des Schadenszaubers diente den Menschen zur Deutung von Unglücksfällen aus dem Alltagsleben wie Krankheit oder Tod. Beispiele sind etwa Vorstellungen, dass durch Zauberei Unwetter ausgelöst werden konnte oder Krankheiten beim Vieh und bei Menschen (z. B. sog. Hexenschuss, Impotenz).

Für die Menschen in der Frühen Neuzeit stand fest, dass Hexen durch den Teufel dazu gebracht werden konnten, anderen Schaden zuzufügen, und sie dann im Schadenfall ein Todesurteil zu erwarten hatten.

Dementsprechend forderten die Richter in den Hexenprozessen Aussagen zu folgenden miteinander verknüpften Anklagepunkten, die stereotyp immer wieder auftauchten:

  • Teufelspakt
  • Teufelsbuhlschaft
  • Hexenflug und Verwandlung in Tiere (z. B. Werwolf)
  • Teilnahme am Hexensabbat und
  • Schadenszauber.

Johannisnacht

Die Nacht vom 23. zum 24. Juni, dem Johannistag, gilt weithin als eine der für die Magie bedeutensten Zeiten im Jahr und ist daher ein beliebtes Datum für das Abhalten von Hexensabbaten. Sie markiert den Zeitpunkt des Jahres, von dem an die Kraft der Sonne allmählich schwächer wird, sowie eine Zeit, in der die Mächte der Finsternis besonders aktiv sein sollen. Früher wurde die Johannisnacht als ideale Zeit für die Zukunftsschau angesehen und die Hexen schlugen überall in Europa in dieser Nacht Hühnereier auf, um aus dessen Inhalt künftige Dinge vorauszusagen, oder beschworen Dämonen, um sie zu den Ereignissen zu befragen, die in der Zukunft lagen.

Viele Hexen mögen diese Nacht auch genutzt haben, um Johanniskraut zu sammeln, von dem man glaubte es sei für Behandlungen nützlich, helfe unfruchtbaren Frauen schwanger zu werden und verhindere das Auftauchen übelwollender Geister. Die Kinder von Frauen, die in der Johannisnacht schwanger wurden, sollten später angeblich die zweifelhate Gabe des Bösen Blickes haben. Die Pflanzen mußten in der Johannisnacht gesammelt werden, damit sie auch wirkten (manche Kräutersammler bestanden darauf, dass man dabei völlig nackt sein müßte). Zudem mußte man darauf achten, nicht versehentlich auf das Kraut zu treten. Wenn das geschah, dann konnte unter dem Schuldigen plötzlich ein Zauberpferd aus dem Boden wachsen, ihn in wilden Ritt davontragen und erst am Ende der Nacht an einem entlegenen Ort wieder absetzen.

Ein ausgeprägtes Brauchtum hat sich um diesen Festtag entwickelt. Zu den Bräuchen zählte in der Johannisnacht der Tanz um das Johannisfeuer.
Das Johannisfeuer steht in Zusammenhang mit Feuer- und Sonnensymbolik wie auch der Sonnenwende, weshalb es selbst häufig als Sonnenfeuer bzw. Sonnwendfeuer bezeichnet wird. Es ist ein erstmals seit dem 12. Jahrhundert, seit dem 14. Jahrhundert häufig belegter Brauch. Es wird in der Nacht vor dem Johannistag angezündet.
Das vor allem auf Bergen stattfindende Feuer ist ein altes Symbol für die Sonne . Dem Volksglauben nach sollte das Johannisfeuer böse Dämonen, die Krankheiten bringen, Viehschaden und misswüchsige Kinder hervorbringen, abwehren. Darauf deuten auch die Strohpuppen, die man in manchen Gegenden ins Feuer wirft.
Das Johannisfeuer findet man in verschiedener Ausgestaltung fast über ganz Europa verbreitet. Die südlichste Sonnenwendfeier mit Johannisfeuer war lange Zeit in Alicante, heute ist es in Torrevieja.

Auszug Johannisfeuer: Wikipedia

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