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Böser Blick

Mit “Bösen Blick” benennt man das Behexen einer Person oder eines Tieres durch einen Blick. In der Vergangenheit war die Macht des bösen Blicks sehr gefürchtet. Häufig bezichtigte man angebliche Hexen, das solche Betörung, Verletzungen oder gar der Tod hervorgerufen wurden.

Gegen Hexen, die einen angeblich hypnotisierenden Blick ausgesandt hatten, wurde ein Verfahren eingeleitet. Jeder, der schielte, ungleichmäßige oder verschiedenenfarbige Augen zeigte, konnte wegen Behexens mit dem bösen Blick angeklagt werden. Besonders dann, wenn man ihn dabei ertappt hatte, wie er eine Person anstarrte oder einen strengen Blick zuwarf. Stechend blaue oder grüne Augen waren sehr wahrscheinlich für die Macht des bösen Blicks.

Abergläubische Menschen ergriffen einst bis ins einzelne ausgedachte Maßnahmen, um sich vor der Wirkung des bösen Blicks zu schützen. Kinder und Vieh wurden mit Amuelletten oder Ringen mit Inschriften versehen, um die Bedrohung abzuwehren. Eine weitere Gegenmaßnahme war das Tragen einer Kordelschnur, die man beim Hersagen von Namen der Macht mit Knoten versah.

Sollten alle Maßnahmen nicht greifen, so versuchte man mit Beschwörungen das Unheil abzuwenden, andernfalls spuckte man den Beschuldigten sogar ins Auge. Ergänzend suchte man Zuflucht bei einer weißen Hexen, die dann meist einen ihrer Gegenzauber aussprach. Der Glaube an die Macht des bösen Blicks hat sich bis in die heutige Zeit erhalten, in der man eine solche Fähigkeit oftmals Zigeunern und Wahrsagen zuschreibt.

Divination oder Wahrsagen

Divination nennt man die Nutzung der Magie, um Geheimnisse zu erfahren, die mit gewöhnlichen Mitteln nicht zu erfahren waren. Männer und Frauen haben diese zu Rate gezogen, um zu bestimmten Erkenntnissen zu gelangen, die nicht jedem zugänglich waren. Einigen der früheren Gesetze, die gegen Zauberer und Hexen erlassen wurden, richteten sich gegen solche Aktivitäten.
Einen Wahrsager über die Lebenserwartung eines Herrschers zu befragen konnte unter Umständen sehr hart bestraft werden. Ein Todesurteil war nicht auszuschließen.

In der Praxis jedoch waren Angeklagte wegen Divination nur selten der Grund für die Verfolgung Verdächtigter, wurden allerdings häufig als Beweis dafür in Betracht gezogen, dass eine bestimmte Person eine praktizierende Hexe war.

Jedoch konnte man als Wahrsager immer Geld verdienen. Viele Menschen, die wegen Hexerei angeklagt waren, hatten sich ledglich des Versuches schuldig gemacht, auf die Fragen, die ihnen arme und reiche Mitbürger stellten, Antworten zu geben, und hatten die Informationen nur zu gern für ein paar Münzen an sie verkauft.
In späten Jahrhunderten war es für Könige, Generäle und auch für die Kirche selbstverständlich, in Krisenzeiten einen Wahrsager zu Rate zu ziehen.

Es gab viele Möglichkeiten und Mittel, mit denen Wahrsager, Hexen und Zauberer Geheimnisse der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft zu enthüllen suchten. Sie reichten von Beschauen von Eingeweiden rituell geopferten Lebewesen, dem Handlungswesen beim Würfeln, Interpretationen des Vogelfluges, Lesen aus Zahlen und Runen oder auch Figuren, die von Flammen erzeugt wurden.

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