Zauberstab
Der angebliche zauberkräftige Stab, der ein unentbehrliches Requisit jedes Zauberers und mancher Hexe war, wird noch heute von den Magiern benutzt die uns mit ihren Kunststücken verblüffen wollen. Vielleicht waren es auch die Stäbe des biblischen Propheten, die die Vorstellung angeregt haben, dass zur Ausführung eines Zaubers ein Zauberstab benutzt werden müsse. Viele Magier setzten zweifellos großes Vertrauen in die Fähigkeiten eines vorschriftsmäßig angefertigten Zauberstabes, wenn sie behaupten, sie brauchten damit nur in bestimmte Richtungen zu zeigen, um ihren Zauber dorthin zu leiten.
Die frühesten Hinweise auf die Benutzung von Zauberstäben in der Hexenkunst stammen aus dem fünfzehnten Jahrhundert. Es hieß, dass Hexen einen Zauberstab erhielten, wenn sie von dem Teufel getauft wurden. Solche Stäbe spielten gewöhnlich beim Hexenflug (siehe auch Hexensabbat) oder Divination eine Rolle, liessen sich jedoch nicht beim Aufspüren verborgener Schätze und zu anderen Dingen einsetzen. Außerdem konnten sie auch für die Jungfernprobe und zum Identifizieren von Dieben und Mördern benutzt werden. Zauberstäbe galten auch in der Heilkunde als nützlich, und so hatten die Ärzte bis weit in das achtzehnte Jahrhundert hinein als Sybol ihres Berufes stets einen Spazierstock dabei.
Zauberstäbe gab es in unterschiedlichen Größen und Formen, manche Zauberer bevorzugten eiserne Stäbe oder statt desen blanke Schwerter. Für die Nekromantie (Praxis der Totenbeschwörung) und die Kontaktaufnahme mit dem Satan sollten Zauberstäbe aus Zypressenholz, einen Material das mit dem Tod in Verbindung stand, die besten sein. Zauberstäbe aus Hals- und Weidenholz wurden von weißen Hexen und Zauberern zur Behandlung von Rheuma, Lumbago und anderer Leiden als Material bevorzugt
Gelegentlich gab es sehr strenge Regeln, die für gewisse Rituale die Verwendung eines bestimmten Typ von Zauberstab vorschrieben. In einigen Quellen wird beispielsweise behauptet, dass eine Hexe oder ein Zauberer zum Ziehen eines magischen Kreises nur eine Haselgerte von genau 49,53 cm Länge benutzen durfte, die bei Sonnenaufgang mitr dem blutbefleckten Hexenmeser des Magiers geschnitten worden sein mußte. Zu den Ritualien, die über einen neuen Zaubersatab ausgeführt werden mußten, um dessen verborgene Zauberkraft zu wwecken, gehörten das Aufsagen von Gebeten und von Namen der Macht. Manche Zauberer steckten auf die Enden des Stabes magnetisierte Kappen, um dessen Eigenschaften zu verstärken, und weihten ihn vor jeder neuen Benutzung.
